2020 11 20 Sharepic Dannenröder Forst

In dieser Woche kam es zu mehreren schweren Verletzungen bei der Räumung des Dannenröder Wald. Seit zehn Tagen belagern tausende Polizeikräfte den Wald und gehen gewaltsam gegen die Protestierenden vor, um für den Ausbau der A 49 Bäume fällen zu können.

Am vergangenen Sonntag durchschnitt ein Polizeibeamter ein Sicherungsseil und verursacht so den Absturz einer Aktivistin von einem Tripod. Die Aktivistin wurde dabei schwer verletzt. Einen ganzen Tag bestritt die Polizei Mittelhessen zuvor jede Beteiligung an dem Absturz und berief sich auf „gesicherte Informationen“. Schon zuvor musste die Polizei bereits vielfach in den Medien verbreitete Informationen zurückziehen und richtigstellen. Trotz des polizeilich verbreiteten Mottos „Sicherheit vor Schnelligkeit“ stürzte bereits am Folgetag ein weiterer Aktivist durch die Fällung eines benachbarten Baumes in die Tiefe. Nur seine Eigensicherung verhinderte Schlimmeres. Genaues zum Gesundheitszustand des Aktivisten ist unbekannt, da die Polizei keine Sanitäter zu ihm durchließ.

 

Anja Sommerfeld, Bundesvorstand der Rote Hilfe e.V. kritisiert das brutale Vorgehen der Polizei: „Die Polizei setzt mit ihrem Einsatz Menschenleben aufs Spiel. Das zeigen die letzten Tage. Zudem häufen sich Berichte über Übergriffe und die mutwillige Zerstörung von Eigentum durch Polizeikräfte.“ Sie erinnert an die Geschehnisse im Hambacher Forst: „Vor zwei Jahren wurde die Räumung des Waldes dort erst pausiert als ein Todesopfer gab. So weit darf es nicht kommen. Die Räumung des Dannenröder Waldes muss sofort beendet und ein Rodungsstopp verhängt werden. Die Mittel dazu hat die schwarz-grüne Landesregierung“, fordert Sommerfeld.

Stattdessen verschärfe die Politik aber derzeit die Repression gegen die Protestbewegung für den Erhalt des Waldes. Seit Sonntag sitzen zwei weitere Menschen in Untersuchungshaft. „Erneut ist die Verhängung einer Untersuchungshaft für die im Raum stehenden Vorwürfe völlig unverhältnismäßig und kann nur mit politischen Gründen erklärt werden.“

Die Rote Hilfe konnte derweil einen kleinen juristischen Erfolg verbuchen. Nachdem die JVA Frankfurt die Auszahlung des vom Verein für die Einkäufe der Gefangenen eingezahlten Gelde verweigerte, stellte das Amtsgericht Frankfurt am Mittwoch fest, dass die JVA dabei rechtswidrig handelte. Das Gericht forderte die JVA auf, das Geld zukünftig an die Gefangenen auszuzahlen.

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