Wir dokumentieren die Presserklärung der Föderation der kurdischen Vereine in Deutschland e.V. und schließen uns der Forderung nach sofortiger Freilassung des kurdischen Politikers Adem Uzun an.

 Am vergangenen Samstag wurde das geschäftsführende Vorstandsmitglied des KNK (Kurdischer Nationalkongress) Adem Uzun von der französischen Polizei in Paris festgenommen. Wir als Föderation der kurdischen Vereine in Deutschland verurteilen diese Verhaftung auf Schärfste und fühlen uns als KurdInnen in der Diaspora als direkt Betroffene.

 

Während der türkische Staat seit 2009 versucht durch Massenverhaftungen seine Unterdrückungspolitik gegenüber dem kurdischen Volk umzusetzen, machen sich immer wieder auch europäischen Staaten zu Handlangern dieser Politik, indem sie in ihren Ländern ebenfalls kurdische AktivistInnen einsperren und zu Haftstrafen verurteilen.

Erst vor kurzem bezichtigte Erdogan in einem Fernsehinterview Deutschland und Frankreich mit der Unterstützung der PKK (Arbeiterpartei Kurdistans), da sie angeblich nicht genügend gegen diese vorgehen würden. Sie hätten angeblich kein Interesse an der ,Beendigung des Terrors', da sie vermeintliche PKK-Führer frei in ihren Ländern herumspazieren lassen. Es ist keine Woche seit diesen Vorwürfen Erdogans vergangen, da erfolgte eine weitere Festnahme in Frankreich.
Adem Uzun hielt sich in Paris aufgrund der anstehenden "Westkurdistan (Nordsyrien)-Konferenz", welche am 13.10.2012 stattfinden soll, auf. Er selber war als Delegierter des KNK für diplomatische Arbeiten vorzeitig nach Paris angereist. Am 06.10.2012 wurde er in einem Café durch die Anti-Terror-Behörde Frankreichs festgenommen und drei Tage später vom Haftrichter verurteilt. Vorwurf und Ursache der Festnahme sind seine angebliche Zuständigkeit für die Finanzierung der PKK.
Als Diplomat im Exil bemüht sich Herr Uzun seit Jahren um eine friedliche und politische Lösung des Konflikts zwischen der Türkei und der kurdischen Bevölkerung. Wir sehen die Verhaftung von Herrn Adem Uzun als weiteren Schlag gegen die Friedensbemühungen des kurdischen Volkes und als direkte Unterstützung des türkischen Staatsterrors gegen die kurdische Bevölkerung.
Nicht nur die vielen kurdischen Organisationen, Institutionen, Vereine verurteilen diese Vorgehensweise gegen ihre Politiker, sondern auch die kurdische Bevölkerung in ganz Europa. Aus ihrer Sicht ist die Verhaftung von Herrn Uzun ein politischer Akt, welcher im Zusammenhang mit der steigenden Repression gegen kurdische AktivistInnen in ganz Europa steht.
Unser Protest gilt auch dem französischem Präsidenten Francois Hollande, welcher als Sozialist vor der Wahl eine offene und solidarische Politik angedeutet und versprochen hat. Nach heutigem Stand unterscheidet sich diese in diesem Zusammenhang kaum von der konservativen Sarkozy-Politik. Nach Angaben der kurdischen Nachrichtenagentur ANF wurden vom Jahre 2007 an rund 200 kurdische Aktivisten ohne jeglichen Grund festgenommen und inhaftiert. Im Jahre 2011 schloss die französische Staatsanwaltschaft zudem das Ahmet-Kaya Kulturhaus in Paris.

  • Wir rufen die französischen Behörden dazu auf, ihre Repressionen und Kriminalisierungspolitik gegenüber der kurdischen Bevölkerung und gegen kurdische Politiker zu beenden. Weiterhin fordern wir die europäischen Staaten dazu auf, sich nicht zum Spielball der Türkei zu machen, da dies die friedliche Beziehung ihres Landes mit der kurdischen Bevölkerung gefährden könnte.
  • Wir rufen zudem alle unsere befreundeten Organisationen, Vereine, etc. dazu auf, unseren Protest zu teilen und mit ihrer Solidarität die Regierung in Frankreich dazu zu bewegen, die Freilassung von Herrn Uzun zu veranlassen.
  • Als Föderation der Kurdischen Vereine in Deutschland und somit als Vertreter tausender von Kurdinnen und Kurden, fordern wir in unserem und deren Namen die sofortige Freilassung von Herrn Adem Uzun.


YEK-KOM e.V.

Düsseldorf, 12.10.2012

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