Am Mittwoch, den 22. Mai 2013 fanden bundesweit 21 Hausdurchsuchung im Zuge der Ermittlungen wegen Mitgliedschaft in und Bildung einer kriminellen Vereinigung (§129) statt. Durchsucht wurden neben privaten Wohnräumen auch Arbeitsstellen und Vereinsräumlichkeiten. Betroffen  waren unter anderem Objekte in Stuttgart, Berlin und Magdeburg.
Vorgeworfen wird den Betroffenen die Mitgliedschaft in einer  kriminellen Vereinigung nach Paragraf 129 StGB. Konkret sollen sie den  Revolutionären Aktions Zellen angehören bzw. diese unterstützt und bei der Herausgabe der Zeitschrift "radikal" mitgewirkt haben. Diese Gruppe  zeigte sich in den vergangenen Jahren für einige Brandanschläge in  Berlin sowie die Verschickung von Patronen verantwortlich.

Die Durchsuchungen reihen sich in zahlreiche Kriminalisierungsversuche  der vergangenen Jahre ein. Insbesondere die sogenannten  Schnüffelparagraphen 129 kommen hierbei verstärkt zum Einsatz. So  beispielsweise gegen AntifaschistInnen in Dresden und verstärkt gegen diverse migrantische Organisationen.

Etwa 300 PolizeibeamtInnen durchsuchten heute bundesweit Räume, beschlagnahmten Computer, Speichermedien, Mobiltelefone, Broschüren etc.  und führten bei einem Teil der Beschuldigten Erkennungsdienstliche Behandlungen durch. Grundlage dieser Durchsuchungen sind äußerst düftige nachrichtendienstliche Erkenntnisse von Verfassungsschutzämtern und Polizeibehörden. Diese Ermittlungen stehen im krassen Gegensatz zu dem Vorgehen gegen den Nationalsozialistischen Untergrund  NSU, der über Jahrzehnte hinweg ungestört morden konnte, obwohl den staatlichen Behörden durch Spitzel eine Flut von Erkenntnissen vorlag und deren Infrastruktur größtenteils von diesen mit aufgebaut wurde. Dieser aktuelle Kriminalisierungsversuch macht wieder einmal aufs neue den  Verfolgungswillen gegen links deutlich und soll offensichtlich dazu  dienen linke Aktivistinnen und Aktivisten einzuschüchtern.

Das ist für uns nicht hinnehmbar.  Unsere Antwort auf diesen Repressionsschlag kann daher nur die Solidarität mit den Betroffenen sein. Das Engagement für eine
fortschrittliche Gesellschaft war, ist und bleibt legitim!

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Rote Hilfe Stuttgart | 22. Mai 2013

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