Am Nachmittag des 19.12.1995 fand in Kiel eine Hausdurchsuchung statt. Sieben Beamte des Landeskriminalamtes Schleswig Holstein durchsuchten zwei Stunden lang in Abwesenheit der beiden Bewohner deren Wohnung und beschlagnahmten neben einem Notebook und ca. 150 Disketten zwei Kisten mit "Schriftgut". Das sogenannte "Schriftgut" - Zeitungsausschnitte etc. - war so unbedeutend, daß es am nächsten Tag sofort wieder freigegeben wurde.

Obwohl sich der -von einem Staatsanwalt Schulz beim Generalbundesanwalt telefonisch dem LKA Schleswig-Holstein übermittelte- Durchsuchungsbefehl nur auf einen der beiden Bewohner bezog, wurde die gesamte Wohnung durchsucht. Mit dem Computer und den Speichermedien wurden ausschließlich Gegenstände des anderen Betroffenen beschlagnahmt und trotzdem nicht herausgegeben.

Gleichzeitig wurden in mehreren anderen Städten Privatwohnungen durchsucht, so z.B. zwei Wohnungen in Bremen. Begründet werden die Durchsuchungen mit Ermittlungen nach 129, 129a StGB wegen Verdacht der Herstellung der Zeitschrift "Radikal". Nachdem die Bundesanwaltschaft vor zwei Wochen vier unter dieser Begründung am 13.6.1995 festgenommenen Männer aus der U-Haft entlassen mußte, sucht sie nun wohl im privaten Umfeld der bisher Beschuldigten nach irgendwelchen Hinweisen und hofft auf Zufallsfunde.

Rote Hilfe, Ortgruppe Kiel

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