Vortrag "34 Schüsse – Gerechtigkeit für Bilel!"
Am 3. Juni 2023 kam es nach einer versuchten Kontrolle eines ohne Licht fahrenden Autos zur Katastrophe: 13 Polizist_innen begannen eine Verfolgungsjagd, die in einer Sackgasse endete. Sechs Beamt_innen feuerten insgesamt 34 Schüsse auf den unbewaffneten 19-Jährigen ab, der alleine im Auto saß. Dass Bilel die zwölf Kugeln überlebt hat, die ihn trafen, grenzt an ein Wunder.
Die Schuldzuweisungen erfolgten auf dem Fuße: aus Notwehr wäre geschossen worden. Nach dieser „Logik“ wird nun ermittelt: Gegen die Polizist_innen wegen versuchter Körperverletzung, gegen den seit dem querschnittsgelähmten Betroffenen wegen versuchten Mordes.
Kein Einzelfall
Die Polizei hat 2024 so viele Menschen erschossen wie seit 1999 nicht mehr. Viele dieser Menschen waren psychisch krank. Viele dieser Menschen waren Schwarze. So wie Lamin Touray Mouhamed Dramé und viele andere.
»Oury Jalloh ist nur der bekannteste Fall, der zeigt: Ein Mensch kann gefesselt in diesem Land auf einer Polizeiwache angezündet werden, den verantwortlichen Polizist*innen drohen danach fast keine Konsequenzen.« So M. Amjahid in der Taz vom 29.10.2024, und weiter: »Kritiker*innen nennen es „Polizeiterror“, Polizeigewerkschafter werden in bürgerlichen und Boulevardmedien, im Fernsehen zum Interview gebeten: Sie nennen die tödlichen Einsätze regelmäßig unvermeidbar, angemessen, konsequent. Dann lächeln sie in die Kamera. Die einen Kolleg*innen töten, die anderen rechtfertigen. Arbeitsteilung.«
Der Solikreis zu Bilel berichtet über die Einordnung, ihre Erfahrungen und Perspektiven auf Gerechtigkeit, über Polizeigewalt, und wir wollen aufrufen zur Demonstration zum 20. Todestag von Oury Jalloh am 7. Januar 2025 in Dessau.