18. März 2026 - Freiheit für alle politischen Gefangenen!
Der Tag der politischen Gefangenen am 18. März erinnert an die Pariser Kommune von 1871 – ein Leuchtfeuer in der Geschichte revolutionärer Erhebungen, zugleich aber auch ein Höhepunkt blutiger staatlicher Repression, der sich in die kollektive Erinnerung linker Bewegungen eingebrannt hat: Beispiellos waren die Massaker an zehntausenden Kommunard*innen, mit denen die Reaktion Vergeltung übte, beispiellos waren die unzähligen Haftstrafen gegen die Aufständischen. Das Datum, das an die Errungenschaften der Pariser Kommune erinnerte, wurde so auch zum Tag der politischen Gefangenen und verbindet damit die Kämpfe und die Solidarität, die all jenen gilt, die der Staat stellvertretend herausgreift.
Ab 1923 beging die damalige Rote Hilfe den 18. März als Kampftag für die Freiheit der politischen Gefangenen, bis der NS-Terror ab 1933 diese Aktivitäten erstickte. 1996 wurde diese Tradition neu belebt, und seither beteiligen sich die Rote Hilfe e. V. und andere Solidaritätsstrukturen an der jährlichen Kampagne rund um den 18. März.
Bei zahllosen Veranstaltungen und Aktionen kommen wir an diesen Tagen zusammen, um die Freilassung der politischen Gefangenen zu fordern – hier und weltweit. Unsere Aktivitäten sind so vielfältig wie unsere Kämpfe und Bewegungen. Mit lautstarken Demonstrationen vor den Gefängnissen und gemeinsamen Postkarten-Aktionen an die inhaftierten Genoss*innen, durch flächendeckendes Plakatieren und Stickern im öffentlichen Raum und mit Vorträgen zur Situation der Gefangenen: Indem wir rund um den 18. März unseren Protest gegen die Kriminalisierung sichtbar machen und unsere lebendige Solidarität mit den Betroffenen praktisch werden lassen, zeigen wir ihnen, dass auch die dicksten Mauern uns nicht trennen können, dass der Staat es nicht schafft, sie aus unserer Mitte und aus unserer Bewegung zu reißen, dass wir den Kampf gegen die staatliche Repression gemeinsam führen, dass wir ihnen zur Seite stehen, damit sie sich nicht kleinkriegen lassen.
2026 ist die Zahl der politischen Gefangenen in deutschen Knästen so hoch wie seit Jahrzehnten nicht – und umso dringender ist der Kampf für ihre Freiheit! Zum 18. März gibt es wieder dutzende Veranstaltungen und Veröffentlichungen bundesweit.
Wie jedes Jahr bringt die Rote Hilfe e. V. auch 2026 eine kostenlose Massenzeitung heraus, die im März sechs linken Tages-, Wochen- und Monatszeitungen beiliegt und außerdem bei Demonstrationen und Veranstaltungen verteilt wird.
Die Erscheinungstermine sind:
27.02.2026: Junge Welt
12.03.2026: Freitag
12.03.2026: Jungle World
12.03.2026: nd
13.03.2026: unsere zeit
17.03.2026: analyse & kritik
Wer die Zeitung in linken Räumen auslegen oder selbst bei Kundgebungen verteilen will, kann einen Stapel beim Literaturvertrieb bestellen – genau wie Plakate und Aufkleber zum 18.3.
Einige Veranstaltungen rund um den Tag der politischen Gefangenen sind in der Terminübersicht zusammengestellt.
Daneben gibt es zahllose weitere Demonstrationen und Vorträge, die hier nicht erfasst sind.
Zum 18. März hinaus auf die Straße: Freiheit für alle politischen Gefangenen!
rh_sonderzeitung_18032026.pdf